Fahrzeuge und Gleisbau:Weichen/de
Aus Feldbahn.Vorbild.Modellbau
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Fahrzeuge und Gleisbau / Rolling Stock & Trackwork |
Weichen
Bei Feldbahnweichen kann man grundsätzlich zwei Bauarten unterscheiden: Schleppweichen und Zungenweichen. Daneben existieren noch einige Sonderbauarten, die allerdings für den Lokomotivbetrieb nicht geeignet sind.
Die Schleppweichen kamen vor allem in der Anfangszeit häufiger vor und wurden dann von den Zungenweichen verdrängt.
Bei den Zungenweichen gibt es zwei Ausführungen der Zunge. Die einfachere Bauart besteht aus Schienenprofil, das an einem Ende schräg weggefräst wurde, so daß die Zunge entsteht. Die stabilere Bauart besteht aus einem bearbeiteten Blockprofil, man spricht in diesem Falle von Blockhobelzungen. Dieser Bauart ist bei Lokomotivbetrieb der Vorzug zu geben.
Am festen Ende ist die Zunge meistens drehbar gelagert. Seltener findet man bei der Feldbahn Weichenzungen, die fest mit der Anschlußschiene verlascht sind, so daß das Schienenprofil beim Weichenstellen durchbiegt.
Bei den Herzstücken findet man sowohl Bauarten aus zusammengesetzten Schienenprofilen als auch gegossene Herzstücke.
Für das Umstellen eignen sich im Prinzip alle Hebelbauarten, gute Erfahrungen wurden mit Regelspurweichenböcken gemacht, da das schwere Gewicht für ein gutes Anliegen der Weichenzunge sorgt.
Die Montage einer Weiche gestaltet sich im Prinzip wie die Schienenmontage. Bei engeren Weichenradien und der Verwendung von Holzschwellen kann die Verwendung von Unterlagplatten helfen, daß das Spurmaß nicht verdrückt wird. Natürlich können Weichen auch werkstattmäßig fertig montiert werden. Dann ist jedoch ein Hebezeug erforderlich, während der Zusammenbau vor Ort gerade eben noch von Hand erfolgen kann.
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Weichentypen | |
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Zungenweiche |
Schleppweiche |
Sonderbauformen
Prellböcke
Prellböcke kann man sehr einfach erstellen, wenn man alte Schwellen senkrecht in den Boden rammt und dahinter einen Erdhügel anlegt. Man kann auch die Seiten und das hintere Ende noch aus alten Schwellen bauen, dann kann man den Erdhügel kleiner halten. Die Bauart mit dem Erdhügel hat leider den Nachteil, daß das Erdreich das Verfaulen der Schwellen begünstigt, so daß dieser Bauart keine lange Lebensdauer beschieden ist. Eine andere Methode besteht darin, aus alten Schienenprofilen oder aus Profileisen einen Prellbock zu bauen. Da Feldbahnen meistens Mittelpuffer haben, genügt eine kräftige Holzbohle, z.B. eine alte Schwelle, als Mittelpuffer des Prellbocks.
Drehscheiben
Drehscheiben sind bei der Feldbahn nur in einfacher Ausführung gebräuchlich. Da die Fahrzeuge kurz sind, genügen Durchmesser bis ca. 2m. Das Drehen erfolgt durchweg von Hand. In der einfachsten Ausführung besteht die Drehscheibe aus einer Wendeplatte, auf der das Fahrzeug von Hand herumgerissen wird. Die andere Ausführung besteht aus einer drehbar gelagerten Platte mit Schienenprofil. Diese Drehscheiben wurden nicht selten auch in gegossener Ausführung hergestellt. Die Lagerung erfolgt entweder mit einem Mittelzapfen und Rollen, ähnlich einem Drehgestell, oder auf einem Kugelkranz.
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Beispiele einiger Drehscheiben | ||
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feste Wendeplatte |
drehbare Wendeplatte |
Schienendrehscheibe |
Schiebebühnen
Schiebebühnen dienen der Parallelverschiebung von einzelnen Fahrzeugen. Sie ersetzen ein Weichenstraße insbesondere vor Lokschuppen oder Wagenhallen. Bei Feldbahnen ist auch hierbei der Handbetrieb vorherrschend. Je nach Fahrzeuglänge und -masse läuft die Schiebebühne auf zwei oder mehr Gleisen. Die Bühne ist meistens in eine Grube eingebaut, Sonderbauformen ermöglichen auch den Betrieb zu ebener Erde unter Benutzung einer kleinen Auffahrrampe.
Aufgleishilfen
Aufgleishilfen eignen sich nur für Fahrzeuge mit geringer Masse, und besonders für Loren. Aufgleishilfen gibt es in Form von Patentdrehscheiben, Kletterweichen, Aufgleisschuhen oder Aufgleiskeilen. Die Drehscheiben wurden in der Praxis überwiegend zur Bedienung von Nebengleisen verwendet, die im rechten Winkel zum Hauptgleis verlaufen. Kletterweichen wurden hauptsächlich zum Anschluß fliegender Gleise verwendet. Mit Ausnahme bestimmter Aufgleisschuhe eignen sich die genannten Hilfsmittel nicht für Lokomotivbetrieb.
