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Immer mehr lernt die Landwirtschaft von der Gewerbtätigkeit und das gereicht ihr zum Ruhm und Nutzen. Was der letzteren die Genossenschaft an Wundern gewirkt hat, ist bekannt; auch die Landwirtschaft wird durch Genossenschaft der Besitzer in einer bestimmten Örtlichkeit nur gewinnen können. So auch bei der Nutzung versetzbarer (transportabler) Eisenbahnen sowohl für den einzelnen Gutsbesitzer, wie für Gesamtheiten.
Daß durch Eisenbahnen der Transport um 75 Prozent erleichtert und billiger hergestellt wird, ist bekannt, selbst wenn der Dampf nicht, sondern nur die tierische Kraft als Beweger benutzt wird. Man denke sich nun eine solche versetzbare Eisenbahn im Besitze einer Gemeinde und berechne den dadurch zu erlangenden Vorteil, wenn z.B. ein Wald ausgeholzt, ein Torfstich ausgebeutet, ein Steinbruch betrieben, eine große Erdarbeit unternommen werden soll! Man ziehe dabei in Betracht, daß auch der Einzelne dabei gewinnen muß, daß es ihm sogar freigestellt bleiben kann, die Schienenbahn nebst ihren Waggons gegen ein Billiges zu ermieten - und man wird, alle Verhältnisse in Betracht gezogen, es für keine Übertreibung halten, wenn wir eine Zeit kommen sehen wollen, in welcher jedes Dorf, jedes größere Gut seine besondere Eisenbahn haben wird.
In England und Frankreich ist dies jetzt schon vielfach der Fall; es bedarf zur Anlegung einer transportablen Eisenbahn weder der Lokomotiven, noch bedeutender Kosten. Unsere obige Abbildung gibt die Ansicht der landwirtschaftlichen Eisenbahn einer Ackerbauschule und Zuckerfabrik in Frankreich. Hier werden die Zuckerrüben vom Feld, die Kohlen etc. auf einem Schienenweg mittels leichter, von Menschen geschobener Waggons gebracht.
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Auch für Mergelfuhren, überhaupt Erdfuhren bei Bodenverbesserungsarbeiten lohnt sich die Anlage einer beweglichen Eisenbahn, deren Erdwaggons (siehe rechts) sich mit leichter Mühe fortschieben und auf Drehscheiben nach jeder Richtung hin entladen lassen.
Der Schienenweg besteht aus 18 Fuß langen Schienen, welche 55 Milimeter breit und 15 mm. dick sind, sie liegen frei in Einschnitten hölzerner Querschwellen, welche etwa 3 Fuß von einander im Boden liegen. Die darauf laufenden Waggons sind zum Kippen eingerichtet. Die Krümmungen (Kurven) bieten keinerlei Schwierigkeiten; die Schwellen werden vorläufig auf dem Boden in dem gewünschten Abstand voneinander verteilt, dann wird blos eine Schienelinie gelegt, der man leicht die gewünschte Kurvenform geben kann, darauf erst wird auch die zweite, parallel mit jener gelegt. Es muß nur die Vorsicht gebraucht werden, die äußere Seite der Kurve etwas höher zu legen, als die innere, um den Lauf der Waggons zu erleichtern und sie am Ablaufen zu verhindern; selbstverständlich laufen die Räder derselben um feste Achsen.
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Soll die Bahn über einen Weg hinweggehen, so wird mittels 4 Holzbalken von etwa 18 Fuß Länge, welche auf Querschwellen aufgeschraubt sind, ein Durchzug im Niveau gebildet, gerade wie bei jeder Eisenbahn. Um die gleichförmige Breite der Bahn zu verbürgen, müssen die Einschnitte in den Querschwellen, welche aus ganz gewöhnlichem weichen Holz angefertigt sind, völlig gleiches Maß haben. Der innere Sägeschnitt geschieht senkrecht bis 25 mm. tief, der äußere hingegen ist schräge, damit der Keil, welcher die entsprechende Form haben muß, nicht beim Einschlagen in die Höhe ziehen kann. Die Keile werden mit einem hölzernen Schlegel mit langem Handgriff eingetrieben.
Der laufende Meter der transportablen Eisenbahn kommt auf ungefähr 1-1/2 Thaler zu stehen. Zwei Mann sind zum Legen notwendig; mit einiger Übung, und wenn keine Bodenschwierigkeiten vorkommen, bringen diese 200 bis 300 m. im Tag fertig. Das Wegnehmen geht noch viel schneller. Der Preis eines Waggons ist 48 Thaler. Demnach würden 1200 Fuß transportabler Eisenbahn auf circa 650 Thaler ohne Waggons zu stehen kommen. Der Nutzen eines auf solche Weise verwendeten Kapitals ergibt sich aus der einfachen Betrachtung, daß auf der Bahn ein Mann mit Bequemlichkeit eine Last von 2000 Pfund fortzuschaffen vermag. Zudem ist es bekannt, daß auf einer guten Schienenbahn ein Pferd das Sechsfache fortzubringen vermag, als vor dem Lastwagen auf gewöhnlichen Wegen und zwar ohne sonderliche Anstrengung, da die einmal in Bewegung gesetzte Last fast von selber fortläuft.
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Eine weitere Anwendung der transportablen Eisenbahn findet sich bei der Gestaltung der Bodenoberfläche zur Herstellung einer zweckmäßigen Bewässerung. Diese verlangt vorerst ein sorgfältiges Nivellement zur Ermittlung des Gefälls, sodann die notwendigen Erdarbeiten zum Ebnen sowie zum Ausheben der Gräben.
Da hierbei nicht selten große Erdmassen bewegt werden müssen, so ist man in Frankreich darauf gekommen, dazu die Hilfe von Maschinen in Anspruch zu nehmen, welche Erdförderungsmaschinen (links, auch Terrassirmaschinen) genannt werden. Sie bestehen aus einer fahrbaren Dampfmaschine von 6 Pferdekraft, welche eine Eimerkette ohne Ende bewegt, die mit Kästen oder Eimern von starkem Stahlblech versehen ist. Jeder Kasten ist so gestellt, daß er Alles, was er packen kann, aufnimmt, sich von selbst füllt, und, mittels des endlosen Riemens auf dem höchsten Punkte des Gestells angekommen, sich in einen doppelten Auslauf entleert, welcher mit niedrigen Wagen in Verbindung steht, die auf einer versetzbaren Eisenbahn laufen. Dergleichen Erdförderungsmaschinen sind gewöhnlich nur in der Weise in Gebrauch, daß die Besitzer sie an Alle, welcher ihrer bedürftig sind, vermieten.
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