Geschichte und Betrieb:Materialbahnen

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Geschichte und Betrieb / History & Operation


Materialbahnen

Mittlerweile setzt sich die Ansicht durch, daß auch landwirtschaftliche Betriebe den Gesetzmäßigkeiten des produzierenden Gewerbes unterliegen, und damit wie Fabriken, nämlich Agrar-Fabriken, zu behandeln sind. Dies gilt in jeweils gleichem Maß für alle landwirtschaftlichen Betriebe, egal ob sie als Gärtnereien Pflanzen, oder als Gutshof Vieh züchten, oder ob sie als Landgut Getreide und Kartoffeln anbauen.

In Gärtnereien leisten Feldbahnen beim Transport von Gemüse, Stroh, Pflanzen, Erde etc. vorzügliche Dienste. Als besonders vorteilhaft hat sich der Einsatz von Muldenkippwagen erwiesen, die neben dem Transport von Erde, Dünger etc., nach Abnehmen der Mulde durch Auflegen eines Brettes als Plattformwagen zum Befördern der verschiedensten Materialen Verwendung finden können.

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Selbstverständlich gibt es daneben auch noch Plateauwagen, sowie Spezialwagen jeder Art.
Diese Wagen zum Transport von Futter, Dung, Milchkannen, Säcken etc. finden in der Landwirtschaft hauptsächlich in Stallungen oder in Lagerhäusern Verwendung.

Zum Einfahren des Futters und Ausfahren des Düngers werden in Stallungen neuerdings oftmals an Stelle der Gleisbahnen Hängebahnen verwendet. Die Hängebahnen finden dabei bevorzugt dort Anwendung, wo Platzmangel herrscht und daher engste Kurven befahren werden müssen, oder der Verkehr auf ebener Erde in keiner Weise gestört werden darf.

Es wird hierbei zwischen der Draht- und der Schienenhängebahn unterschieden.
Die Drahthängebahnen bestehen aus einem einfachen Fahrdraht mit daran hängenden und darauf verschiebbaren einfachen Transportgefäßen. Der Draht wird innerhalb des Gebäudes an Wänden, Decken und Säulen, außerhalb der Gebäude an hölzernen oder eisernen Stützen in einfachster Weise befestigt. Die Drahtenden werden entweder in einer vorhandenen Mauer verankert, oder im freien an einem Pfahl mit Verankerung befestigt.
Schienenhängebahnen, wie in nebenstehender Abbildung, empfehlen sich besonders für größere Lasten, und werden dort verwendet, wo infolge vieler Abzweigungen eine größere Anzahl Weichen und Drehscheiben erforderlich sind. Für Hängebahngleise werden fast ausschließlich Schienen im Doppelkopf-Profil verwendet, welche sich durch eine im Verhältnis zum Gewicht bedeutende Tragfähigkeit auszeichnen. Die Befestigung der Schienen erfolgt mittels sogenannter Hängeschuhe an der Decke eines Raumes, oder durch Wandkonsole an der Wand bezw. an den Pfeilern eines Gebäudes.

Die Hängebahnwagen sind, je nach ihrem Gebrauchszweck, in verschiedenen Konstruktionen angefertigt, und teilweise sogar mit einer selbsttätigen Entladevorrichtung versehen. Diese Entladevorrichtung ist so konstruiert, daß die Mulde oder Plattform durch die am Gehänge gelagerte Falle festgehalten wird. Wenn nun der Anschlaghebel der Auslösevorrichtung durch den am Fahrdraht oder der Schiene angebrachten Entladebügel nach untengedrückt wird, löst die Falle aus, und das Fahrzeug wird entladen.

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© 1997/2009, Ralf Schreiner; historischer Text, Auszug aus O&K Informations-Bröschüre
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